2018 Island | Süden

Autor: / 13. Juli 2018 / Kategorien: Blog, Reise-Blog / Tags: , / -

Im Mai dieses Jahres war ich für gute 2 Wochen auf Island. Ja, mittlerweile ist Island bekannt wie ein bunter Hund, aber ich wollte es selbst sehen und mit eigenen Sinnen erleben. Also nahm ich das Zelt unter die Arme und machte mich auf…

Die Reise begann in Brüssel, von wo aus ich in den Flieger stieg, um nach Island zu fliegen. Gelandet bin ich, nicht wie man vermuten würde in Reykjavik, sondern in Keflavik. Das ist der größere der Flughäfen und ca. eine 3/4 Stunde von der Hauptstadt entfernt. Da mein Weiterflug aber von Reykjavik erfolgen sollte, habe ich auch den Mietwagen von dort aus gebucht. Ich hätte mich mal doch ein wenig mehr mit der Situation auseinander setzen sollen, denn es gibt doch one-way-Mietwagen zwischen Keflavik und Reykjavik. Diese „blöden“ Buchungsportale boten diese Option für Island nur nicht an!
Als ich am Flughafen in Keflavik nachfragte, sagte man zu mir, dass das selbstverständlich ginge, aber der Aufpreis war einfach nur unverschämt hoch!

Also habe ich im Vorfeld einen Bus-Transfer vom einen zum anderen Flughafen gebucht. Das dachte ich zumindest! Denn der Bus hielt nicht direkt am Flughafen in Reykjavik, sondern einige Kilometer davon entfernt. So ein Mist! Denn ich musste nun mit meiner Reisetasche 20 Minuten laufen, bis ich endlich meinen Mietwagen in Empfang nehmen konnte.
Es gab sogar ein „Upgrade“! Das bestand allerdings nur darin, dass ich nun mit Automatik, statt mit manuellem Getriebe fahren konnte. Das ist für mich kein wirkliches Plus, aber sei es drum. Ich hatte einen Kombi gebucht, und einen Renault Clio Kombi bekommen. Gehofft hatte ich auf etwas in der Größe eines VW Passat Kombi…denn ich wollte zur Not auf der umgeklappten Rückbank schlafen, falls es unerwarteter Weise doch zu stürmisch für ein Zelt werden würde.

Nach dem ersten Einkauf ging es direkt in Richtung Brúarfoss, einem eher unbekannten Wasserfall. Artig wie ich bin, habe ich am offiziellen Parkplatz meinen Wagen abgestellt und bin den markierten Weg direkt am Wasser gelaufen. Das war eine nur mäßig schlaue Idee, denn der „Pfad“ war völlig zerlatscht und matschig ohne Ende! Entweder sind hier Dutzende Pferde langgelaufen, oder der Wasserfall ist doch nicht so unbekannt, wie ich im Vorfeld dachte. Jedenfalls war dieser Weg doch etwas beschwerlich. Die Büsche, durch die man durch musste sahen leider auch dementsprechend mitgenommen aus.
Das ist wirklich schade, denn wenn DAS wirklich der offizielle Pfad sein soll, dann sieht der in ein paar Jahren vollends ausgetreten aus.
Dort angekommen war ich total überrascht. Das Wasser ist in Wirklichkeit echt so blau, wie es auf dem Bild zu sehen ist. Jetzt könnte man meinen, es ist nur die Reflektion des Himmels, aber es war regnerisch, wolkenverhangen und eher tristes Wetter. Der Himmel kann es also nicht sein.

Über den Fluß führt eine kleine Brücke, von der aus man die Wasserfälle gut ablichten kann. Für den ersten Abend war ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Auf dem Rückweg zum Auto bin ich dann durch ein nahegelegenes „Wohngebiet“ gelaufen. Ganz normale geschotterte Wege zwar, aber nicht einfach durch die Büsche. Mit dem Auto darf man hier nicht fahren, ausser man hat einen Schlüssel für die Schranke an der Zufahrt.

Ich suchte mir in der Nähe einen Zeltplatz, baute mein Zelt auf einer doch recht nassen Wiese auf und fiel recht schnell ins Bett.

Als ich am Morgen darauf das Zelt öffnete und der gesamte Rasen leicht mit Schnee bedeckt war, wusste ich, dass es „unbeständig“ werden würde auf meiner Reise.

Als Zwischenstopp zu meinem nächsten Ziel bin ich am Gullfoss vorbeigefahren. Dieser Wasserfall ist etwas bekannter, weshalb auch eine Art Besucherzentrum mit Souvenir-Shop und Restaurant in direkter Nähe zu finden sind. Die Größe des Parkplatzes deutet auch darauf hin, dass hier etwas mehr Touristen-Besuch zu erwarten ist.
Am frühen Vormittag war ich fast der Einzige. Es kamen allerdings immer mehr Menschen. Der Wasserfall an sich ist schon beeindruckend, die Wassermassen, die dort jede Sekunde in die Tiefe donnern, sind schon gigantisch! Die Luft ist eingehüllt in einen sehr feinen Nebel der durch die Gischt des Wassers verursacht wird. Je näher man dem Fall kommt, desto „schlimmer“ wird es. Das freut natürlich den Fotografen ungemein, denn die Objektive bleiben auf keinen Fall trocken. Und Wassertropfen auf der Frontlinse, ja, DAS braucht der Hobby-Fotograf ganz dringend :-P

Die zweite Station der Reise war der Seljalandsfoss. Am nahegelegenen Camping-Platz habe ich mein Zelt aufgebaut und die Gegend erkundet. Der Campground war echt super, denn es gab eine Art Gemeinschaftsraum, in dem eine Küche mit mehreren Herdplatten integriert wurde. Man kann hier also auch bei schlechtem Wetter drin sitzen, was für Camper mit Zelt natürlich ein Vorteil ist. Und man lernt die verschiedensten Leute kennen…
Der Wasserfall Seljalandsfoss ist so Lala. Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, dass ich schon hunderte Bilder davon gesehen habe.

Hier habe ich auch zum erstem Mal Esther und Kay getroffen, ein sehr nettes, junges Pärchen aus Holland. An diesem Tag nur sehr flüchtig, aber das sollte sich noch ändern!

Meine grobe Reiseplanung sah vor, die Südküste von West nach Ost zu fahren und dann auf dem Rückweg den Süden von Ost nach West zu erkunden. Deshalb ließ ich auf dem Weg in den Osten zunächst einige Orte aus, die bei der Rückreise angefahren wurden. Z. B. der berühmte schwarze Sandstrand von Vík und die gesamte Gegend darum. Zwar wollte ich zunächst dort in der Nähe campen, aber alle Zeltplätze waren geschlossen. Damit war der nächste Stop bereits der Skaftafell Nationalpark. Hier ist neben einem schicken kleinen Wasserfall auch einer der Ausläufer von Europas größtem Gletscher, dem Vatnajökull, zu bestaunen. Ich habe vorher noch nie einen Gletscher in real-life gesehen. Es ist schon beeindruckend! Die Größenverhältnisse kommen im Bild leider nicht so gut rüber, weil keine Personen vor Ort waren, umso ruhiger und friedlicher war der Morgen, an dem das Bild entstand.

Wenn ich heute schätzen müsste, dann würde ich sagen, die Gletscherzunge ist knappe 15 bis 20 m hoch. So hoch wie ein 5 stöckiges Wohnhaus…joa, das kommt ganz gut hin.

Der Nationalpark ist für Touristen ausgelegt. Das erkennt man an der Größe des Parkplatzes, daran, dass es ein großes Besucherzentrum gibt, und dass der Zeltplatz aus mehreren abgesteckten Wiesen bestand. Viel Platz für viele Besucher also… Am Abend vorher habe ich mein Zelt aufgebaut und plötzlich waren die beiden wieder da. Das Pärchen aus Holland. Als sie Ihren Gaskocher benutzen wollten, stellten sie fest, dass sie die falsche Gas-Kartusche gekauft hatten. Wenn es verschiedene Systeme für Gaskocheranschlüsse gibt, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass man mal eine falsche Kartusche erwischt. So erging es den beiden auch. Meine passte und ich half aus, nett und freundlich, wie ich nun mal bin :-)
Wir aßen zusammen und haben uns gut unterhalten. Die beiden verdienen online Ihr Geld und bereisen aktuell die Welt. Das Leben muss man mögen…es klingt zumindest nach Abenteuer.

Als ich am Abend von einer kurzen Wanderung zum Svartifoss-Wasserfall (ja, eigentlich ist diese Bezeichnung doppelt gemoppelt…) wiederkam, sah ich diese Landschaft vor mir. Es ist nix besonderes, aber irgendwie hat mich das Motiv angesprochen.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte „rauschte“ es periodisch in unmittelbarer Nähe zu meinem Zelt. Ich dachte mir zunächst nichts dabei. Irgendwie war es noch dunkel und ich wollte noch nicht aufstehen. Allerdings waren die Zeltinnenwände näher als sonst in meinem Gesicht. Ich schob sie nach oben und dann rutschte der ganze Schnee vom Zelt. Es muss die Nacht über heftigst geschneit haben, dann alles war in weißes Pulver getaucht. Das Rauschen, welches ich hörte, war der Schnee, der von anderen Zelt gerutscht war…
Die Schneedecke war bestimmt 5 cm hoch, weshalb ich kurzer Hand entscheid, neben meinem Nachtlager einen Schneemann zu bauen. Seine Lebenszeit war allerdings geringer als die einer Eintags-Fliege. Der Vormittag war so warm, dass die gesamte weiße Pracht wegtaute.

Das nächste Ziel war die Gletscher-Lagune Jökulsárlón, einem Anziehungspunkt für Massen an Touristen! Hier werden Boots-Touren angeboten, es gibt insgesamt vier Parkplätze und da die Attraktion direkt an der Hauptstrasse gelegen ist, ist man hier zu keiner Zeit völlig allein. Aus der Gletscher-Lagune werden je nach Tidenstand große Eisblöcke raus ins Meer gespült, welche dann wieder in Richtung Strand getrieben werden, dort liegen bleiben, als Motiv für tausende Selfie-Fotografen herhalten müssen und letztlich ihre letzte Ruhestätte finden. Die Eisblöcke sind teilweise gewaltig groß! Meterhoch, teils durchsichtig wie Glas, teils matt und mit Einschlüssen versehen, die tausende Jahre zuvor dort eingeschlossen wurden.
Ich denke, dass den meisten Besuchern dies gar nicht so recht bewusst ist. Hier am Strand ist Eis am abtauen, welches schon da war, bevor die Menschheit ihre Füße auf diese Insel gesetzt hat…

Der Strand besteht aus feinstem, schwarzen Sand. Mit „fein“ meine ich so richtig fein. So wie der Sand an der Ost-See. Nur halt in schwarz. Und wenn Eisbrocken durch die Gezeiten immer und immer wieder an der Strand gespült werden, zerbrechen und dann liegen bleiben, dann wird einem auch klar, warum der Strand dort „Diamond-Beach“, der Diamant-Strand bezeichnet wird.

Es ist schwer dies vernünftig zu fotografieren, denn mit jeder Welle werden die Eisblöcke wieder bewegt. Es ist ein ständiges kommen und gehen. Hier eine stabile Komposition aufbauen zu wollen, ist nahezu unmöglich. Man kann nichts vorhersehen. Jede 7te Welle ist besonders stark und dann ist alles weg…und man muss sich neue kleine Diamanten aus Eis suchen.

Neben der berühmten Gletscherlagune gibt es in der Gegend noch weitere, weniger besuchte Lagunen, in denen Eisblöcke schwimmen. Diese fand ich viel beeindruckender, wahrscheinlich auch, weil ich dort ein wenig meine Ruhe hatte…

Die Nacht verbrachte ich auf der Rückbank meines Autos, weil es hier keinen offiziellen Zeltplatz gibt. Erstaunlicherweise hatte ich genug Platz im Wagen.

Am nächsten Tag bin ich in Richtung Höfn an der Süd-Ost-Seite von Island gefahren. Hier wollte ich eine sehr bekannte Bergkette bei Stokknes besuchen. Auf dem Zeltplatz, welcher wieder eine Art Gemeinschaftsraum hatte, sah ich ein Zelt, welches mir irgendwie bekannt vorkam. Und ich hatte recht, Esther und Kay waren auch hier. Abends wurde ich von den beiden zu einer Gemüsepfanne eingeladen. Ein Luxus, den man sich nicht entgehen lassen kann, denn Gemüsepfanne ist nicht das, was sonst so beim Camping auf meinem normalen Speiseplan steht. Die Cookies zum Nachtisch kamen dann von mir.

Am Abend haben wir dann Kartenspiele gespielt. Das ich nicht gewonnen habe ist wohl klar ;-) Aber Siedler von Catan auf Holländisch…da kann man ja nur im Nachteil sein. Nein Quatsch, wir haben wahrscheinlich länger gebraucht, die Anleitung zu verstehen, als dann das eigentliche Spiel gedauert hat. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht!

Ich mag die Beiden sehr. Nicht nur, weil Holländisch einfach süß klingt, auch die ruhige Art und die Ansichten zum Leben im Allgemeinen kommen den meinen sehr gleich. Ihr Traum ist es, ein Hostel in Kanada zu betreiben, weshalb sie nach der Island-Reise nach Kanada fliegen, um dann dort im Sommer 3 Monate in einem Solchen zu arbeiten. So kann man dann schon einmal mitbekommen, ob Wunsch und Realität auch übereinstimmen. Ich jedenfalls kann mir die beiden da ganz gut vorstellen und hoffe, dass es auch klappt. Einen etwaigen Rabatt habe ich bereits ausgehandelt :-)

Am nächsten Vormittag haben wir dan gemeinsam einen kurzen Ausflug nach Stokksnes unternommen, die Kontaktdaten ausgetauscht und sind weiter unserer Wege gefahren. Da sie den kompletten golden Circle (also einmal rund um Island) machen wollen und wir uns an meinem östlichsten Punkt verabschiedet haben, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass wir uns in Island erneut über den Weg laufen.

Die berühmte Bergkette bei Stokksnes ist beeindruckend, allerdings befindet sich der dazugehörige Strand auf Privatbesitz und die Eigentümer bitten die Besucher ordentlich zur Kasse. Auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite ärgerlich, weil Island ohnehin schon recht teuer ist.

Die Rückseite der Bergkette ist nicht weniger spektakulär! Dieses Bild scheint nicht besonders spannend zu sein. Aber für mich bedeutet es viel, denn ich stand dafür ca. eine Stunde in peitschendem Wind neben meinem Auto und wartetet darauf, dass sich die Wolkendecke an genau der richtigen Stelle öffnet, damit der Berghang genau so beleuchtet wird, wie hier zu sehen ist.

Es sind halt die persönlichen Erinnerungen, die die Bilder besonders machen.

Ich bin noch ein wenig die Ostküste hochgefahren, wollte einen bestimmten Wasserfall besuchen, aber an diesem Tag war keine einzige Wolke am Himmel. Fotografieren war an diesem Wasserfall also unmöglich. Das Licht war einfach zu „schlecht“. Also machte ich mich auf den Rückweg in Richtung Westküste.

Am berühmten „black-sand-beach“ bei Vík war es derart windig, dass mir für die nächsten Tage nichts gutes schwante. Auch hier waren wieder Massen an Touristen vor Ort. Ganze Busladungen werden hier ausgeladen. Die Besucher dürfen dann für eine Stunde oder so am Strand lang laufen, einen überteuerten Kaffee im Restaurant einnehmen und werden dann zur nächsten Attraktion gefahren. Diese Art zu reisen wäre nichts für mich! Auch fand ich den Strand jetzt nicht sooo toll. Klar, schwarzer Sand, obwohl „Sand“ etwas übertrieben ist. Es ist eher schwarzes Granulat. Richtig schwarzer Sand findet sich bei oben angesprochener Gletscher-Lagune.

Der Skógafoss ist auch für den (Massen-)Tourismus ausgelegt. Beeindruckend ohne Frage, aber wer glaubt hier allein „sein“ Foto machen zu können, der irrt gewaltig. Ich könnte mir vorstellen, dass im tiefsten Winter hier weniger los ist, aber sicher bin ich mir nicht :-(

Es scheint ein Trend zu sein, Menschen gelbe Klamotten anzuziehen und diese dann als Modell in die Landschaft zu stellen, damit man „einmalige“ Fotos macht. Hehe, wenn jeder das macht, dann ist es wirklich total einmalig. Diesem „Zwang“ kann ich mich natürlich nicht widersetzen und als ich den Wasserfall fotografieren wollte, kamen tatsächlich einige Touristen in gelber Gummi-Kleidung an…

Ich gebe zu, dass durch die Person im Bild zumindest ein wenig die Größenverhältnisse klar werden. Schließlich ist der Wasserfall in Summe ca. 60 m hoch.

Das Wetter hatte sich die letzten Tage schon stark verschlechtert. Nicht nur kam das Wasser nun von allen Seiten, auch der Wind hat spürbar zugenommen. Am Zeltplatz am Seljalandsfoss ist mir dann auch mein Zelt kaputt gegangen. Der äußere Reisverschluss ließ sich nicht mehr richtig schließen. Damit wurde die Rückbank meines Mietwagen mein Schlafgemach für die nächsten Tage.

Ich lasse es derzeit von einem Spezialisten reparieren…im Emergency Room für Camping-Ausrüstung sozusagen.

Vor einigen Jahren machte unter Landschaftsfotografen eine ganz besondere Location die Runde. An der Südküste Islands sollte es, abgelegen auf einem Lava-Feld, ein Wrack eines abgestürzten Flugzeuges geben. Keiner wusste etwas genaues. Geo-Koordinaten waren schon gar nicht zu bekommen. Diese Zeiten sind vorbei! Durch die Verbreitung des Internets und durch Social-Media ist dieser Ort nicht nur genau bekannt, sondern mittlerweile zu einer Art Pilgerstätte geworden. Um dort hinzugelangen, muss man ca. 45 min. durch die Asche-Wüste laufen. 45 Minuten One-Way! Der Weg ist so spannend, wie auf eine weiße Wand zu starren! Aber trotzdem machen es die Leute. Warum? Um ein Selfie zu machen. Tatsächlich wahr.
45 Minuten zu einem Ort laufen, 5 min. vor Ort ein paar Mal total verschränkt das Smartphone vors eigene Gesicht halten, und dann wieder 45 Minuten zurück laufen. Seltsam!
Am Parkplatz steht ein Schild mit dem Hinweis, man möge doch bitte nicht auf das Flugzeug steigen. Aber hey, was heißt das schon, wenn selbst Milchbubies das dürfen, dann darf der Normal-Tourist das auch! Es ist unglaublich, was die Leute sich rausnehmen. Nicht nur steigen sie auf das was vom Flugzeug noch übrig ist, sie beschmieren es mit Graffiti und ritzen ihre Namen ins Metall. Idioten!

Wenn nicht so unglaublich viele Menschen hier wären, das Motiv hätte tatsächlich Potential. Aber so macht es zumindest mir keinen Spaß!

Die Küstenabschnitte im Snæfellsjökull Nationalpark sind beeindruckend. Jules Verne soll sich hier Inspiration geholt haben, bzw. einige seiner in seinen Büchern beschrieben Orte befinden sich genau hier.

Allerdings war das Wetter garstig zu mir! Teilweise ging derart heftiger Wind, dass ich die Autotür nicht vernünftig öffnen konnte. Nur am ersten Abend auf der Halbinsel konnte ich ein paar Bilder vom „Kirchberg“ machen. Die Standard-Ansicht mit den Wasserfällen im Vordergrund habe ich auch probiert, allerdings funktioniert für mich diese Komposition nicht. Dann doch lieber etwas, was nicht so häufig zu sehen ist.

Die letzte Nacht verbrachte ich in einem Hostel, welches mir Kay bei unserem ersten Treffen empfohlen hatte. Ich bin durch die Innenstadt von Reykjavik geschlendert, aber irgendwie war bei mir die Luft raus. Wahrscheinlich lag es auch am Wetter. Tagelang nur trüben Himmel, dazu Wind und Regen schlagen einem dann doch recht schnell aufs Gemüt.

Als Fazit kann ich sagen, dass die Landschaft in Island auf jeden Fall eine Reise wert ist! Unglaublich vielseitig. Schwarze Lava-Felder, mit leuchtend grünem Moos bedeckte Gegenden, beeindruckende Wasserfälle, schwarze Sand-Strände, spitze Berge…

Was allerdings auch nicht unerwähnt bleiben darf ist, dass es hier viele, sehr viele Touristen gibt. Ich möchte nicht wissen, was hier los ist, wenn die Hauptsaison los geht.

Werde ich noch einmal wieder kommen? Vielleicht. Das Hochland von Island soll deutlich weniger frequentiert sein. Man hat also deutlich mehr seine Ruhe. Hier sind die Strassen dann aber auch nicht so gut ausgebaut, wenn es überhaupt Strassen gibt. Im Winter sieht es hier bestimmt noch einmal komplett anders aus. Allerdings wird dann Zelten nahezu unmöglich sein. Und die Preise für Hotels sind schon happig! Ein geländegängiger Camper-Van, das wärs… ist zwar nur halb legal, aber man würde sich ja vernünftig verhalten und keine Spuren hinterlassen…

Jedenfalls war es toll das alles mal mit eigenen Augen gesehen zu haben, auch wenn ich nur einen Bruchteil erleben durfte. Ich denke, dass sobald man sich von den Touri-Spots entfernt, man auf ebenso fantastische Orte trifft, die dann aber für den Moment nur einem selbst gehören…

Weitere Bilder in der Galerie.

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